Imagefilm Kosten: Mit welchen Spannen der Markt rechnet
Feste Listenpreise gibt es für Imagefilme kaum, weil jede Produktion anders aufgebaut ist. Branchenportale nennen trotzdem Richtwerte. Laut trustlocal.de liegen einfache Produktionen bei 2.000 bis 5.000 Euro, typische Filme für den Mittelstand bei 5.000 bis 15.000 Euro und aufwendige Produktionen bei 15.000 bis 50.000 Euro. HubSpot nennt eine Spanne von meist 2.500 bis 50.000 Euro. Gründer.de setzt für einen professionellen Film mit einem Drehtag, kleinem Team und einfachem Drehbuch rund 10.000 Euro an.
Die Zahlen liegen weit auseinander. Unter dem Begriff Imagefilm laufen ein kurzer Clip mit einem Drehtag ebenso wie eine Produktion mit Schauspielern, mehreren Drehorten und Animation. Fragen Sie sich deshalb zuerst, welche Bausteine Ihr Film braucht. Das hilft Ihnen mehr als ein Durchschnittspreis.
Die wichtigsten Kostenfaktoren im Überblick
Konzept und Drehbuch
Vor dem ersten Drehtag steht das Ziel des Films. Soll er Bewerber gewinnen oder Neukunden zeigen, wie Ihr Betrieb arbeitet? Daraus entstehen Ablauf, Drehplan und ein Skript für Sprechertext oder Interviewfragen. Je klarer Ihr Briefing ist, desto weniger Abstimmungsrunden fallen an. Ein Film aus Interviews mit Mitarbeitenden braucht weniger Drehbuch als ein inszenierter Spot mit Szenen und Dialogen.
Drehtage, Crew und Technik
Der Drehtag ist meist der größte Einzelposten. Entscheidend ist, wie viele Personen am Set arbeiten. Für Interviews und Eindrücke aus dem Betrieb reicht oft ein kleines Team für Kamera und Ton. Bei inszenierten Szenen kommen Licht, eine zweite Kamera, Regie oder Maske dazu. Auch die Ausrüstung zählt. Gimbal, Slider, größere Lichtsets und Funkmikrofone für mehrere Personen bringen mehr gestalterische Möglichkeiten, verlängern aber den Aufbau am Set. Liegt der Drehort außerhalb der Stadt, rechnen viele Produktionen Anfahrt und Reisezeit mit ein.
Drehorte, Darsteller und Mitarbeitende vor der Kamera
Drehen Sie in Ihren eigenen Räumen, entfallen Kosten für die Location. Gemietete Orte, Drehgenehmigungen im öffentlichen Raum oder Absperrungen kosten Geld und Vorlauf. Bei professionellen Darstellern zählt neben der Tagesgage der Buy-out, dazu weiter unten mehr. Viele Firmen stellen deshalb eigene Mitarbeitende vor die Kamera. Das wirkt oft glaubwürdig, braucht aber Vorbereitung und eine schriftliche Einwilligung zur Veröffentlichung.
Schnitt, Farbkorrektur, Animation und Sprecher
Nach dem Dreh beginnt die Postproduktion: Material sichten, schneiden, Farben anpassen, Ton mischen, Untertitel anlegen. Jede Korrekturschleife kostet Zeit. Grafiken, animierte Logos oder Erklärsequenzen erhöhen den Aufwand im Schnitt. Ein professioneller Sprecher ist ein eigener Posten, ebenso jede weitere Sprachfassung.
Musik und Lizenzen
Ein bekannter Song im Imagefilm ist rechtlich aufwendig. Die GEMA vergibt für Werbe- und Imagefilme keine Synchronisationsrechte. Diese Erlaubnis müssen Sie beim Rechteinhaber einholen, meist beim Musikverlag und für die Aufnahme zusätzlich bei der Plattenfirma. Läuft der Film später auf Ihrer Website, auf Messen oder im Intranet, kommen laut GEMA Aufführungsrechte hinzu. Die Klärung kann mehrere Wochen bis Monate dauern. Für die meisten Firmenfilme ist lizenzierte Musik aus einer Musikbibliothek die praktischere Wahl. Achten Sie darauf, dass die Lizenz alle Kanäle abdeckt, auf denen der Film laufen soll.
Drohnenaufnahmen: Regeln und Sperrzonen
Mit Luftaufnahmen zeigen Sie Gebäude und Gelände Ihres Unternehmens auf einen Blick. Für den Flug gelten allerdings feste Regeln. Nach der EU-Drohnenverordnung muss sich der Betreiber einer Drohne mit Kamera beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren, eine Haftpflichtversicherung haben und je nach Kategorie einen Kompetenznachweis besitzen. Geflogen wird auf Sicht und höchstens 120 Meter über Grund. Über Menschenansammlungen gelten Einschränkungen, über Wohngrundstücke darf eine Drohne mit Kamera grundsätzlich nicht fliegen. Rund um den Flughafen München gibt es eine Flugverbotszone und eine Kontrollzone, für die eine Freigabe nötig ist. Welche Geozonen an Ihrem Drehort gelten, zeigt die Karte auf dipul.de. Planen Sie für Genehmigungen ausreichend Vorlauf ein.
Nutzungsrechte und Buy-out
Mit dem fertigen Film erhalten Sie Nutzungsrechte, deren Umfang im Angebot stehen sollte. Klären Sie drei Punkte: auf welchen Kanälen der Film laufen darf, wie lange und in welchem Gebiet. Website und Social Media sind etwas anderes als Fernsehwerbung oder Kino.
Bei professionellen Darstellern kommt der Buy-out hinzu. Das ist eine Vergütung für die Nutzung ihres Bildes, zusätzlich zur Drehgage. Die Casting-Agentur Showcast nennt für den deutschsprachigen Raum Richtwerte von 100 bis 250 Prozent der Tagesgage für Print, Verkaufsflächen und Außenwerbung sowie 250 bis 500 Prozent oder mehr für TV, Kino und Allmedia. Die Laufzeit beginnt meist mit der ersten Veröffentlichung. Wer einen Film mit befristeten Rechten länger zeigen will, muss nachlizenzieren.
Länge und Ausspielung: ein Dreh, mehrere Fassungen
Die Länge allein bestimmt den Preis selten, kalkuliert wird in der Regel nach Aufwand. Trotzdem lohnt es sich, die Kanäle vorab festzulegen. Für Reels empfiehlt Instagram eine Länge unter 90 Sekunden. Auf der Website oder an einem Messestand darf ein Film länger laufen. Wissen Sie schon vor dem Dreh, dass Sie eine Hauptfassung und mehrere kurze Clips im Hochformat brauchen, kann das Team die Szenen passend aufnehmen, und Sie sparen sich einen zweiten Drehtag.
Für die Künstler Magic Hoffmann und JUST US produzieren wir Videos und betreuen den kompletten Social-Media-Auftritt. Wie eine laufende Betreuung aussieht, lesen Sie auf unserer Seite zur Social-Media-Betreuung in München.
So holen Sie mehr aus Ihrem Budget heraus
- Ziel und Zielgruppe festlegen. Ein Recruitingfilm braucht andere Bilder als ein Film für Neukunden.
- Budgetrahmen nennen. Mit einer Zahl im Briefing kann die Produktion ein Konzept vorschlagen, das dazu passt.
- Drehtermine bündeln. Interviews, Arbeitsszenen und Außenaufnahmen an einem Tag sparen Anfahrt und Aufbau.
- Fassungen mitplanen. Hochformat, Untertitel und Kurzversionen gleich mit anfragen.
- Einen Ansprechpartner benennen. Eine Person, die das Feedback im Haus sammelt, verkürzt die Korrekturschleifen.
- Rechte vorab klären. Einwilligungen der Mitarbeitenden, Musiklizenz und Nutzungsdauer vor dem Dreh schriftlich festhalten.
Arbeiten von uns sehen Sie im Portfolio. Wenn Sie einen Imagefilm in München oder Heidelberg planen, finden Sie auf der Seite Imagefilm München mehr zu unserem Angebot. Für ein konkretes Angebot schicken Sie uns Ihr Briefing über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Wird ein Imagefilm pro Minute abgerechnet?
In der Regel nicht. Der Preis richtet sich nach dem Aufwand für Konzept, Drehtage, Team und Postproduktion. Ein kurzer Film mit aufwendigen Szenen kann teurer sein als ein längerer Interviewfilm.
Darf ich jeden Song in meinem Imagefilm verwenden?
Nein. Für Werbe- und Imagefilme vergibt die GEMA keine Synchronisationsrechte, diese müssen beim Rechteinhaber eingeholt werden. Einfacher ist lizenzierte Musik aus einer Musikbibliothek, deren Lizenz alle geplanten Kanäle abdeckt.
Darf für einen Imagefilm einfach eine Drohne fliegen?
Nur unter Auflagen: Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt, Haftpflichtversicherung, je nach Kategorie ein Kompetenznachweis und höchstens 120 Meter Flughöhe. Geozonen wie die Umgebung des Flughafens München erfordern zusätzliche Freigaben.
Wie lang sollte ein Imagefilm sein?
Das hängt vom Kanal ab. Für Instagram Reels empfiehlt die Plattform unter 90 Sekunden, auf Website oder Messe darf der Film länger sein. Oft lohnt eine Hauptfassung mit mehreren kurzen Schnittversionen.